Kooperative Kommunikation – Nur ein weiteres Kommunikationsseminar oder esoterischer Quatsch?

Sandra Buczek

29.4.2016

Kommunikation in all ihren Facetten ist ein wichtiger Bestandteil meines Arbeitsalltags als UX Consultant. Der Umgang mit (manchmal schwierigen) Kunden, die interne Abstimmung und Weitergabe wichtiger Informationen – oftmals unter starkem Zeitdruck – machen einen Löwenanteil meines Jobs aus. Eine gute Kommunikation ist daher essentiell, um Missverständnisse zu vermeiden, schwierige Gesprächssituationen zu meistern und Konflikte zu lösen.

Da es in diesem Bereich immer Weiterentwicklungspotential gibt, habe ich mich entschieden, ein Kommunikationsseminar zu besuchen. Dieses trug den schönen Titel „Bessere Ergebnisse für mich und die Sache – mit Kooperativer Kommunikation“ und wurde moderiert von Moritz Küffner. Erwartet habe ich zugegebenermaßen nicht allzu viel Neues, vielmehr dachte ich dort bekanntes Wissen wieder aufzufrischen und ggf. neue Teilaspekte zu beleuchten.

Was macht die kokomm® aus?

Bei der kokomm® geht es um mehr als „nur“ die Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation zur Lösung von Konflikten. Vielmehr versteht sie sich als Netzwerk aus Denk-, Kommunikations- und Verhaltensmöglichkeiten, die dem einzelnen helfen sollen Gespräche auf Augenhöhe zu führen und somit im Optimalfall Konflikte gar nicht erst aufkommen zu lassen.
Dabei steht im Vordergrund herauszuarbeiten was ICH tun kann, um eine gemeinsame Lösung zu finden, die für alle Seite bereichernd und nutzenstiftend ist, also eine Win-Win Situation für alle Beteiligten herbeizuführen. Durch dieses Arbeiten an sich selbst fällt es einfacher mit „Problemen“ umzugehen und diese nicht als unüberwindbar, sondern als lösbare Herausforderung zu sehen.

Nur ein weiteres Kommunikationsseminar?

Das Prinzip der kokomm® baut zwar auf bestehenden Kommunikations- & Verhaltenstheorien wie z.B. der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Rosenberg und dem „Harvard-Konzept“ auf, interpretiert diese jedoch neu und setzt sie in einen meiner Meinung nach sehr gelungenen Kontext.

Nichts als esoterischer Quatsch?

Die kokomm® setzt den Fokus zwischenmenschlichen Handelns auf das ICH und das eigene Verhalten, womit jeder einzelne die Möglichkeit hat, seine Lage selbst zum Positiven (oder auch Negativen) zu verändern. Das mag erstmal an vielen Stellen esoterisch klingen, macht aber bei genauem Hinsehen einfach auch Sinn!
So ermöglicht einem die „horizonterweiternde Zauberfrage“, in sich hinein zuhören und sich insbesondere bei der Interpretation von Situationen zu fragen „Könnte es auch anders sein?“. Könnte mich meine persönliche Interpretation gerade fehlleiten und die Besinnung auf das Wahrgenommene helfen, eine andere Interpretationsmöglichkeit zu erlauben? Es hilft enorm, sich diese Frage im Alltag immer wieder zu stellen.
Darüber hinaus langfristig beeindruckt bzw. beeinflusst hat mich die erstmal etwas pathetisch klingende Erkenntnis „Wer mit sich im Reinen ist, kann niemand anderen verschmutzen“! Was dahinter steckt ist das Bewusstsein, an seinen eigenen Ängsten, seiner Souveränität und der eigenen Lösungskompetenz zu arbeiten, um anderen Menschen in einer ausgeglichenen Gefühlslage zu begegnen. Durch diese innere Ruhe und dem entsprechenden Selbstvertrauen begegne ich Menschen genau so, wie ich auch behandelt werden möchte. Eine Übertragung von Stress und „schlechten Vibes“ wird durch diese Ausgeglichenheit vermieden. Auch hier steht das An-sich-Arbeiten in meinem eigenen Verantwortungsbereich.

Mein persönliches Fazit

Das Seminar war für mich eine riesige Überraschung, da es weder nur ein weiteres Kommunikationsseminar noch esoterischer Quatsch ist. Die beiden Seminartage waren für mich extrem bereichernd. Moritz hat mir nicht nur viele Hilfsmittel für meinen Berufsalltag zur Hand gegeben, sondern mir darüber hinaus viele hilfreiche Denkanstöße für meine persönliche Entwicklung gegeben. Eine klare Empfehlung.

Sandra Buczek

UX Consultant & Usability Engineer

sb@coeno.com

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